Afrika

Warum Afrika? Armut gibt es auf allen Kontinenten. Bis heute leben viele Arme in China und Indien. Wenn man etwas gegen Armut unternehmen will, warum gerade in Afrika? Nun, irgendwo muss man anfangen! In China und Indien hat die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren so sehr an Fahrt aufgenommen, dass die Zahl der Menschen in extremer Armut aufgrund des steigenden Volkseinkommens stetig zurückgeht. Der Wohlstand dieser Staaten nimmt also in einem Maße zu, das sie selbst in der Lage versetzt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Armut in ihren Ländern zu überwinden. Demgegenüber ist Afrika von den positiven Effekten der Globalisierung so gut wie abgeschnitten. Das hat vielschichtige Gründe. Schon die geographischen  Bedingungen Afrikas sind von Nachteil (weite Landmasse, viele Binnenländer, wenig schiffbare Flüsse, schlechte Verkehrsinfrastruktur und damit größtenteils schlechter Zugang zu den Märkten). Klimatisch leidet Afrika jetzt schon jetzt besonders unter dem Klimawandel durch abnehmende Niederschläge, hohe Bodenverdunstung und sich ausbreitende Wüsten. Zudem ist Afrika südlich der Sahara insbesondere durch AIDS und Malaria von sonst weltweit nicht vergleichbaren Krankheits- und Todesraten betroffen, die einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt zunichte machen. Die Lebenserwartung eines Afrikaners südlich der Sahara beträgt gerade mal 47 Jahre im Vergleich zu 78 Jahren in den Industriestaaten. Statistik Einkommensgefälle Die Hälfte der Weltbevölkerung muss mit einem Einkommen von weniger als 2 $ pro Tag zurechtkommen (745 $ p.a.), 17% der Weltbevölkerung leben sogar mit weniger als 1 $ pro Tag unter der absoluten Armutsgrenze, die folgendermaßen definiert ist: „Armut auf absolutem Niveau ist Leben am äußersten Rand der Existenz. Die absolut Armen sind Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“ [R.S. McNamara] In 2002 lebten 1,1 Mrd. Menschen (ca. 17 % der Weltbevölkerung) von weniger als 1 $ pro Tag. In über 20 Ländern leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung von weniger als 1 $ pro Tag. Alle bis auf zwei dieser Länder sind in Afrika. Noch immer leben 41 % der Afrikaner südlich der Sahara unter der absoluten Armutsgrenze. Kurzer Überblick über das Leiden und Sterben in Afrika 6.500 Menschen pro Tag wegen Aids über 4 pro Minute 2.900 Kinder pro Tag wegen Malaria 2 pro Minute 4.500 Menschen pro Tag wegen Tuberkulose 3 pro Minute 1.400 Mütter pro Tag wegen Schwangerschaftskomplikationen 1 pro Minute In einer Minute sterben in Afrika 10 Menschen an vier weitgehend vermeidbaren Todesursachen. Details zu AIDS
  • 2007 waren ca. 33 Mio Menschen mit HIV infiziert.
  • 22,5 Mio = 68% davon leben in Afrika südl. der Sahara
  • Ca. 2,1 Mio Menschen starben in 2007 weltweit an AIDS, das sind 8.000 pro Tag, 76% davon in Afrika südl. der Sahara.
  • 2007 waren weltweit 15 Mio Kinder durch AIDS verwaist, davon 12 Mio in Afrika südl. der Sahara.
  • Täglich infizieren sich 7.700 Menschen in Afrika mit Aids.
  • 2005 wurden täglich 2000 Kinder während der Schwangerschaft (15-20%) oder der Geburt (50%) oder der Stillzeit (33%) mit HIV infiziert.
  • Ca. 800.000 der 2,5 Mio infizierten Kinder weltweit benötigen eine antiretrovirale Therapie, aber nur ca. 25 % erhalten sie.
Details zu Malaria
  • Ca. 1 Mio Menschen sterben jährlich an Malaria, 95% davon in Afrika südlich der Sahara. Dazu kommen bis zu 2 Mio, bei denen Malaria ein Mitverursacher des Todes ist.
  • Jährlich ereignen sich 190 bis 330 Mio Malariaepisoden pro Jahr.
  • Fast jeder Mensch im tropischen Afrika erleidet mind. einmal im Jahr einen Malariaanfall.
  • Malaria kann durch Malarianetze für wenige EUR wirksam vorgebeugt werden
Empfehlungen der Kommission für Makroökonomik und Gesundheit der WHO 2001 Durch eine Aufstockung der Hilfen von 6 Mrd. US $ (2001) auf 27 Mrd. $ in 2007 könnten 8 Mio. Todesfälle pro Jahr vermieden werden. Die geforderte Aufstockung entspricht einem Tausendstel des jährlichen Volkseinkommens (0,1 % des BNE) der OECD-Staaten. Kommt die Hilfe auch an? Immer wieder hört man das Argument, es seinen schon viele Milliarden Euro nach Afrika geflossen, seien aber dort in korrupten Kanälen versickert und nicht wirklich bei der Not leidenden Bevölkerung angekommen. In der Tat wurden in der Vergangenheit sowohl von den staatlichen Entwicklungshilfeorganisationen als auch von Hilfswerken Fehler gemacht. Angesichts der oft äußerst komplizierten politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in vielen afrikanischen Ländern werden Fehler auch nicht ganz zu vermeiden sein. Dennoch muss klar gesagt werden, dass zum einen faktisch weniger Hilfe geleistet wurde als das landläufig angenommen wird (siehe J. Sachs, S. 375ff) und zum anderen auch ganz vielen Menschen existentiell und auch nachhaltig geholfen werden konnte. Viele Organisationen leisten eine immense Hilfe und lernen auch durch die Kooperation miteinander dazu. Ist das, was eine einzelne Gemeinde tun kann, nicht nur ein Tropfen auf einen heißen Stein? Natürlich kann unser Beitrag nur sehr begrenzt sein. Doch selbst durch unsere begrenzten Möglichkeiten ermöglichen wir es einer mit der Zeit immer größer werdenden Zahl von Menschen ein menschenwürdiges Leben führen und nachhaltig zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer Umgebung beitragen zu können. Zudem wollen wir andere Gemeinden inspirieren, sich ebenfalls für die Ärmsten der Armen einzusetzen. Da überall in Afrika südlich der Sahara lebendige und funktionierende Netzwerke von christlichen Gemeinden bestehen, kann die Gemeinde Jesu insgesamt einen sehr beachtlichen Beitrag zur Überwindung bestehender Not leisten, wenn sie die vorhandenen Gefäße nutzt und Partnerschaften bildet. Wir können nicht alle Probleme der Welt lösen, aber das was in unseren Möglichkeiten steht, wollen wir tun. Konkrete Projekte, die von uns unterstützt werden
  • Bau einer Toilettenanlage in einem Armenviertel von Kampala/Uganda in Kooperation mit einer Gemeinde vor Ort.
  • Unterstützung einer Arbeit unter Straßenkindern in Accra/ Ghana in Kooperation mit der dortigen Vineyard.
  • Chifuli – ein Schulbildungsprojekt in Ghana
Die finanzielle Hilfe, die wir als Vineyard München mit Spendengeldern unserer Mitglieder und Freunde leisten, geht in allen Fällen direkt an die mit uns verbundenen Partnergemeinden und Organisationen in Afrika und die Verwendung der Mittel wird von uns zum Teil persönlich und zum Teil durch vertrauenswürdige Partner überwacht. Ein gezielter und transparenter Nachweis der Mittelverwendung ist uns für unser Engagement sehr wichtig. Matthäus 25,37-40
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38 Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? 39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Zitat Bono, Sänger von U2:
„Täglich sterben 6500 Afrikaner an einer vermeidbaren und behandelbaren Krankheit, aber für den Westen hat das keine Priorität … Warum? Weil wir ein afrikanisches Leben nicht für ebenso wertvoll halten wie ein europäisches oder amerikanisches. Damit wird uns Gott nicht davonkommen lassen… Wenn wir wirklich glauben würden, dass ein afrikanisches Leben genauso viel wert ist wie ein englisches, französisches oder irisches Leben, würden wir nicht jährlich zweieinhalb Millionen Afrikaner aus dem dümmsten aller Gründe sterben lassen: Geld. Das würden wir einfach nicht machen.... Der nächste Schritt zur Gleichheit besteht also darin zu akzeptieren, dass wir uns unseren Nächsten nicht aussuchen können. Entfernung kann im globalen Dorf nicht mehr darüber entscheiden, wer mein Nächster ist. „Liebe deine Nächsten“ ist kein Ratschlag, sondern ein Befehl.“ Bono, Sänger von U2, zitiert aus „Bono über Bono. Gespräche mit Michka Assayas“, S. 81.
Weitere Fakten sind in dem Artikel „Fakten und Hintergründe zur Problematik extremer Armut in Afrika“ von Ulrike Dröber-Bradfisch zusammengestellt. Zum Artikel Literaturtipps
  • Sachs, Jeffrey, Das Ende der Armut. Ein ökonomisches Programm für eine gerechtere Welt, 2007. (sehr interessant und gut lesbar)
  • Bangert, Kurt, Der Traum von einer besseren Welt. Warum die Bekämpfung der Armut neue Wege gehen muss. Johannis 2006.
  • www.worldmapper.org
  • www.micha-initiative.de
  • www.stoparmut2015.ch
  • www.worldvision.de
  • www.trotz-aids.de mit interessanten Artikeln über wirksame Formen der Aidsbekämpfung
  • Überblick über die Fortschritte in Bezug auf die UN-Millenniumsziele
  • http://www.bmz.de/de/zahlen/index.html Aktuelles Zahlenmaterial zur deutschen und internationalen Entwicklungshilfe einschließlich Millenniumsentwicklungsziele.

Gruppen in diesem Dienstbereich

Afrika-Projekt – ChiFuLi in Ghana

Children – Future – Life Ottilie Ross, eine Deutsche aus Göttingen, kümmert sich um Schulkinder aller Altersgruppen in dem Ort Nyakrom im Agona Distrikt, Ghana, Westafrika. [VIDEO::http://www.youtube.com/watch?v=Ph7xs0M78No] Nyakrom, eine Kleinstadt mit 20.000 Einwo...

Afrika-Projekt – ChiFuLi in Ghana besuchen